gerade in: China17. 1o. 2oo9 - Teil I von II
in der Blechlawine zum Huà Shan

Ziel heute sind die Huà - Berge. Eine Fahrt von zwei Stunden, die sich aber über lange 480 Minuten (6 Stunden für die nichtsoschnellimkopfrechnergeneration!) hinziehen werden.

Die Reiseleitung erklärt dem gespannten Publikum die Einzelheiten des Tages. Da wir die einzigen Nichtchinesen sind, spart sie sich die englische Version und redet eine Stunde in Landessprache. Das Bordsoundsystem ist vom Feinsten. Zwischen Mikrofon und und Lautsprecher ist ein Hallgerät versteckt und so hallt die Ansage in standesgemäß "befehlstonchinesisch" gleich mit Echo von der Decke. Fehlt nur noch das Fähnchen der Reiseleitung und die einfarbigen Schildmützen für die Busbesatzung.

An der Zeit, etwas über den chinesischen Durchschnittsfahrer zu schreiben. Man fährt grundsätzlich mit Blick nach vorne, vorne halblinks oder vorne halbrechts. Alles, ab Außenspiegel nach hinten (sofern sich noch ein Außenspiegel am Auto befindet), ist für den Fahrer nicht von Bedeutung. Sobald also eine kleine Lücke vor, halbrechts oder halblinks vor dem eigenen Fahrzeug erkennbar ist, wird diese mit dem eigenen Auto besetzt. Im Stadtverkehr funktioniert das erstaunlich gut. Sieht zwar gefährlich aus, ist durch ständiges hupen auch recht laut und aufregend, irgendwie klappt es aber.
Heute fahren wir Autobahn und da eine Stunde im Stau auf der Stelle stehen den Fahrer nicht besonders fordern, beschließt er kurzerhand auf die Landstraße zu wechseln. In China ist man aber nie alleine mit einer Idee. So gesellen sich natürlich auch andere Autos auf die wahrscheinlich ohnehin schon volle Landstraße.





Spätestens bei einem Stau auf der Landstraße bricht das System mit dem Lückefüllen zusammen. Gibt es auf der Gegenfahrbahn nämlich kurzzeitig eine Lücke, dann wird diese systemgemäß geschlossen. Erst durch ein Auto, dann durch zwei,... Auf unserer Straße - wir befinden uns in einer Ortsdurchfahrt gibt es eigentlich nur je eine Fahrbahn je Richtung. Man schafft es, diese auf vier Spuren in eine Fahrtrichtung umzunutzen. Das bringt nach Vorne und verkürzt den Stau erheblich in kürzester Zeit!! Erfolg - Eins zu Null für China!!!!
Schlecht nur, wenn sich der Gegenverkehr zurückmeldet. Das dauert selten lange und dann müssen vier Fahrspuren wieder in eine umgewandelt werden. Das vervierfacht den Stau und dauert erheblich länger als umgekehrt.




Endlich in Huà Shan:
vorrausgesagte Ankunftszeit 10 Uhr. Jetzt ist es 14 Uhr und der geplante Tempelbesuch unterwegs wurde aus Zeitgründen kurzerhand ausgelassen.






Die Seilbahn bringt uns 800 Höhenmeter nach oben zur Bergstation. Zur Wahl stehen auch Stufen.






Stufen bleiben aber auch noch nach der Bergstation übrig, die sollen uns heute ausreichen.






Der Ausblick ist hervorragend, wir geben 4 Sterne.





Selbst hier oben kann der kameralose Tourist sich fotografieren lassen und das Ergebnis gleich gedruckt mit nach Hause nehmen. Stromkabelverlegen steht nach dem Mauerbauen in China hoch im Kurs, doch davon später einmal mehr.




Heute Abend stehen noch die Stones auf dem Programm! Da sind wir aber mal gespannt!








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