gerade in: China18. 11. 2oo9
Sanya - südlicher geht's nicht



Heute Morgen geht alles ganz flink. Auschecken, das erstbeste Taxi zum Busbahnhof Süd an der Straße angehalten und los geht die tolle Fahrt.
Da haben wir wieder einen ehemaligen Formel I Fahrer erwischt. Rechts überholen, links überholen, zwischen zwei Spuren überholen und zum Schluss noch ein gutes Stück über den Gehweg heizen - wir sind am Busbahnhof.
Kaum haben wir bezahlt und das Gepäck aus dem Kofferraum geholt, heißt es schon überall "Sanya, Sanya?". Wir wollen eigentlich nichts überstürzen und wimmeln zunächst die ersten Schlepper ab. Im Bahnhof selbst folgen wir dann doch artig einem der Schlepper, umgehen elegant mit ihm die lange Warteschlange vor dem Ticketschalter und schwupps, ist unser Gepäck unter der Röntgenmaschine, im Buskofferraum und wir sitzen auf Platz 5 und 6 im Bus nach Sanya.



Jetzt sind wir im echten Touristenort und neu angekommene Touristen sind leichte Beute. Der Taxifahrer, der uns zu unserer Urlaubsbleibe fahren soll ist, gleich der erste windige Vertreter, der es versucht. Er möchte einen Fixpreis aushandeln. Das ist in China eigentlich bisher nicht üblich gewesen. Auf der Fensterscheibe steht auch, dass die Grundgebühr bei 5 Yuan liegt und jeder weitere Kilometer dann 2 Yuan kosten sollte. Da ist es nur fair, wenn der Taxifahrer seinen Taxameter anschaltet! Der will aber nicht und bleibt - wir sind schon unterwegs - bei seiner Forderung. Wir fotografieren sein Namensschild mit der Dienstnummer und da wird er mächtig ärgerlich, schaltet aber brav die Zählmaschine ein und aus den 20 Yuan, die er eigentlich haben wollte, werden bei Fahrtende knapp 6 Yuan. Dafür werden wir dann aber auch unhöflich des Autos verwiesen.


Hier in Sanya befinden wir uns beinahe am südlichsten Punkt Chinas Ein paar Tage Urlaub haben wir uns nach den anstrengenden Wochen in China verdient, bevor die letzte Großstadt und die Ausreise aus dem Reich der Mitte anstehen.

Für viele Chinesen ist Sanya das Hawaii des Heimatlandes, man kann es auch deutlich an der etwas albern aussehenden Tracht vieler Urlauber erkennen. Auf jeden Fall liegt der Ort ungefähr auf dem selben Breitenkreis wie Hawaii.











Hier gibt es hauptsächlich Pauschaltouristen, die in den zahlreichen großen Hotelanlagen untergebracht sind.





Für China ist der Massentourismus ja nichts neues, die Chinesen selbst sind ein reiselustiges Volk, doch hier kommt noch eine große Anzahl russischer Touristen dazu.




So werden wir auch nicht mit "hello - come into my Restaurant" angesprochen sondern ständig hören wir nur russische Ansagen.




Viele Schilder sind neben chinesisch auch in kyrillisch geschrieben, englisch ist nicht überall vertreten.
Hier gibt es noch die englische Übersetzung unseres Mittagessens: "India flies the cake". Ein indisches Brot mit Ananas.



Auch bei den Rechnungen müssen wir heute aufpassen. Am liebsten würden wir ein T-Shirt mit dem Aufdruck: Wir sind keine Russen und außerdem schon beinahe zwei Monate in China!" anziehen. Leider haben wir kein solches gefunden.
Auf jeden Fall war das Addieren - trotz großem Taschenrechner - unterstes Grundschulniveau, die Bedienung konnte vier und vier nicht zusammenzählen. 16, 18, ja sogar 20 Yuan hätten wir bezahlen sollen. Da könnte man ja schon ärgerlich werden, aber nachdem wir ihr versichert hatten, dass 4+4 acht ergibt und wir mit 10 Yuan bezahlt hatten kam der eigentliche Knaller:
China hat sich als Währung bekanntlich den Yuan und als kleinere Einheit den Yinhang ausgesucht. Komischer Weise ergeben 10 Yinhang einen Yuan, aber das ist eine andere Geschichte. Wer also eine Rechnung von 8 Yuan mit einem 10 Yuanschein bezahlt, bekommt zwei Yuan zurück, nicht 2 Yinhang. Ein Frischlingstourist merkt den Unterschied höchstwahrscheinlich nicht gleich aber wir haben ja nun mal etwas Erfahrung. Das Beste aber ist, dass sie uns einen Yuan und einen Yinhang zurück gibt. Der eine ist groß und grün, der Andere klein und rot. Also auch nach einigen Flaschen russischen Vodkas müsste das eigentlich der erst kürzlich eingeflogene Tourist sofort bemerken. So bekommen wir auch nach kurzer Zurechtweisung das Rausgeld anständig abgezählt überreicht. Morgen wird das schon!

Das Wetter ist heute schon prima. Die Kältewelle ist uns nicht bis hierher gefolgt und wir haben sogar einige Badehosen im Wasser gesichtet. In China scheint auch im Meer Bademützenpflicht zu herrschen.





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