gerade in: Indien13. o1. 2o1o
wenn's mal wieder länger dauert


Der Standard in unserer 3AC-Klasse entspricht nicht ganz chinesischen Zügen, doch es ist ganz anständig. Offener Wagen, drei Betten übereinander, gegenüber nochmals drei Betten.




Der Zug soll 3:45 Uhr in Mughal Sarrai ankommen, doch mit fünf Stunden Verspätung gestartet werden wir den Bahnhof sicher nicht vor Sonnenaufgang erreichen.





Ständig kommt das bunt zusammengewürfelte Serviceteam mit Tee, Kaffee und Snacks aller Art vorbei. Ein System ist nicht erkennbar, manchmal laufen sich die Chai-Wallahs auch direkt hinterher: "Chai, Chai, Chai,..."

Die beiden hier machen eine Pause in ihrem Serviceabteil und freuen sich über einen Besuch.


Der Tag ist lang, aus den geplanten 18 werden 30 Stunden Reisezeit bis wir in der Dämmerung am Zielbahnhof ankommen. Wir haben ja Zeit und Geduld kann man in Indien lernen.

Den Weg vom Bahnhof in die Altstadt legen wir zunächst mit einer Highspeedmotorrikscha zurück. Wir wissen jetzt, warum es in Indien so viele Verkehrstote gibt! Die Straßen sind überfüllt, die Fahrzeuge haben kaum Beleuchtung und alles ist unterwegs, als müsste man 19 Stunden Verspätung auf den letzten Kilometern mit nur drei Rädern wieder einholen.
Da Varanasis Taxifahrer dafür bekannt sind, dass sie einem nicht zu der Unterkunft bringen, die man sich ausgesucht hat - wir kennen das schon aus Vietnam - lassen wir uns nur bis zur Gogowlia Kreuzung bringen. Von hier aus geht es sowieso nur noch zu Fuß weiter, denn die engen, Gassen der Altstadt sind mit keinem Fahrzeug befahrbar.
Wir rufen von einem Telefonladen aus in unserem Guesthouse an, das hatten wir so vereinbart. Wir hatten uns drei Telefonnummern notiert und zum Glück geht bei der letzten jemand dran.
Fünf Minuten später werden wir abgeholt. Der Weg führt zwischen Fahrradrikschas, Motorrädern, Kühen, Ziegen, Hunden und unzähligen Leuten durch die dunklen Gassen. Gerade ist mal wieder Stromausfall und so scheint nur aus den Läden Licht auf die Straße, bei denen irgendwo ein Generator knattert. Ob es überhaupt eine Straßenbeleuchtun gibt wissen wir im Moment noch nicht.
Es hat wohl etwas geregnet und der Boden ist mit einem schlammig- schmierigen Gemisch überzogen. Der Grundstoff ist wohl Cow-Pooh, wie unser Guesthousebesitzer später auf seiner Treppe fachmännisch feststellt.
Was soll's, morgen bei Tageslicht werden wir dann die ganze Pracht der Gassen in der Altstadt erkunden.



Das Zimmerchen für die nächsten Tage:








schön bunt aber mit "ohne viel Fenster".






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