gerade in: Indien29. o3. 2o1o
280 Kilometer nach Jaisalmer




Unser Bus ist eine Kombination aus Schlaf- und Sitzgefährt. Über den normalen Sitzen befindet sich noch ein zweites Stockwerk mit Kojen.




Wir sitzen im hinteren, unteren Teil. Der Bus hat natürlich keine Klimaanlage was bedeutet, dass man am Besten die Fenster geöffnet hält. Es gibt einen entscheidenden Nachteil der hinteren Plätze. Zunächst muss man wissen, dass Inder generell die Angewohnheit haben, durch die Gegend zu spucken. Das ist in engen Altstadtgassen schon unangenehm genug, doch in der Regel kann man da ausweichen. Spuckt aber irgend jemand vor oder über deinem Busfenster während der Fahrt aus dem Fenster, so ist das Ergebnis schlichtweg ekelhaft und man macht freiwillig die Fenster schnellstmöglich zu. Na ja, fünf Stunden Busfahrt vergehen da auch irgendwie und wir erreichen das Wüstenfort Jaisalmer einigermaßen unbeschadet.


Viel mehr gibt es heute nicht zu berichten. Unsere Unterkunft scheint ausgezeichnet zu sein, wir sind im Maharadschazimmer des Surja Guesthouse direkt im Fort.


Zeit, über die Entstehung der Tagebuchseiten zu berichten.
Jeden Abend machen wir uns daran, die Bilder von der Kamera auf den Computer zu überspielen. Wir zeichnen JPG und Camera-RAW Daten auf und auf diese Weise hat sich mittlerweile über 120 GB feinster Pixelsalat angesammelt.



Zusätzlich gibt es zu jedem Tag eine Datei mit GPS-Daten, die unser GPS-Logger aufzeichnet. Nach einem halben Jahr im Dauereinsatz könne wir das kleine Ding nur loben. Mit einem in China erstandenen Ersatzakku überstand es sogar die längste Reiseetappe von Little Likeng nach Gulang Yu von immerhin 35 Stunden ohne Energiemangel.


Nach dem Auslesen der GPS-Daten kann jedem Bild die passende Aufnahmeposition zugeordnet werden. Dies funktioniert über den Zeitstempel, den die Kamera jedem Bild zufügt in Kombination mit der Zeit, die von den GPS-Satelliten ausgesendet wird.


Jetzt hat jedes Bild zwei Geokoordinaten, die von Programmen wie Picasa zur Darstellung auf Landkarten genutzt werden können. Das funktioniert erstaunlich genau. Natürlich wird nur der Aufnahmestandort markiert und nicht das tatsächlich fotografierte Objekt. Wer also ausschließlich den Mond mit einem Riesentele fotografiert, bekommt eventuell leicht irreführende Ergebnisse.


Als Nebeneffekt haben wir somit von allen Schritten, die wir außerhalb unserer Unterkünfte unternommen haben eine detaillierte Skizze. Es lassen sich die insgesamt zurückgelegten Kilometer auslesen, was nach einem halben Jahr unterwegs sicher interessant wäre. Wer also Zeit übrig hat, der kann sich ans Auswerten machen.

Wir haben jetzt alles auf dem Rechner, was wir für einen Tagebucheintrag benötigen und können uns an die Auswahl der Bilder, die auf die Seite kommen machen. Vorgesehen sind sechs Stück, werden es sehr viel mehr, dann basteln wir eine weitere Seite.
Jetzt muss nur noch der Text dazu geschrieben werden und falls ein Internetzugang in der Nähe ist, kann man unseren Tagesbericht auch gleich überall lesen.





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